Projektbeschreibung

Vernässungsbedingte Gebäudeschäden

In Teilen der Stadtgebiete von Korschenbroich und Kaarst (Rhein-Kreis Neuss) liegen insbesondere in den Niederungsgebieten natürlicherweise geringe Grundwasserflurabstände vor. Treten hohe Grundwasserstände auf, kommt es in diesen Gebieten immer wieder zu Vernässungsschäden an Gebäuden, da Keller vielfach nicht sachgerecht gegen drückendes Grundwasser abgedichtet worden sind. Bei höchsten zu erwartenden Grundwasserständen wären ca. 3.100 Häuser im Stadtgebiet Korschenbroich betroffen.

Foto eines nassen Kellers

Nasser Keller in Korschenbroich-Herrenshoff

Bergbaueinfluss sorgt noch für teilweisen Schutz

Die südlichen Ortsteile von Korschenbroich unterliegen derzeit noch einem Sümpfungseinfluss durch den Braunkohlentagebau Garzweiler II, der dazu führt, dass die maximalen Grundwasserstände zurzeit nicht eintreten können. Die Grundwasserstände liegen hier um bis zu 10 Meter unter dem natürlicherweise zu erwartenden Grundwasserstandsniveau. Durch die voranschreitende räumliche Verlagerung des Tagebautiefsten und damit des Sümpfungszentrums nach Westen wird sich der Bergbaueinfluss in der Zukunft allmählich abschwächen, so dass mit einer Zunahme von Betroffenheiten bei hohen Grundwasserständen im Raum Korschenbroich zu rechnen ist.

Grundwassermodellstudie – Große Hydraulische Lösung

Bisherige Grundwassermodelluntersuchungen des Erftverbands haben ergeben, dass hydraulische Maßnahmen einen vollständigen Schutz der bei hohen Grundwasserständen betroffenen Gebäude ermöglichen könnten. Zur Begrenzung negativer Auswirkungen der Grundwasserabsenkungen auf den Wasser- und Naturhaushalt müssten allerdings große Teile des geförderten Wassers zur Sicherung des Grundwasserdargebotes in den Einzugsgebieten der Gewinnungsanlagen der öffentlichen Wasserversorgung sowie zum Schutz von Feuchtgebieten wiederversickert werden.

Grundwassermodellstudie – Kappung von Grundwasserspitzen

Im Rahmen einer Grundwassermodellstudie im Auftrag des Rhein-Kreises Neuss im Jahr 2008 wurden Maßnahmen zur Optimierung der Grundwasserförderung der öffentlichen Wasserversorger und zur Kappung von Grundwasserspitzen mit Hilfe von Brunnen ohne eine Wiederversickerung des geförderten Grundwassers untersucht. Hierbei wurden wasserwirtschaftlich vertretbare Kappungsziele für auftretende Grundwasserspitzen ermittelt. Wesentliche Rahmenbedingung für die gezielten hydraulischen Maßnahmen sind:

  • keine Reduzierung des langfristig verfügbaren Grundwasserdargebotes
  • keine relevante Verlagerung der Einzugsgebiete der Wassergewinnungsanlagen
  • kein dauerhaftes Absenken der Grundwasserstände
  • ausreichende Aufnahmekapazität der Gewässer für die Ableitung der geförderten Grundwassermengen
  • keine wesentliche Reduzierung des grundwasserbürtigen Abflusses der Fließgewässer
Prinzip Kappung

Prinzip der Kappung von Grundwasserspitzen

Mit Hilfe des Konzeptes können unter heutigen, vom Bergbau beeinflussten Grundwasserverhältnissen, ca. 900 Gebäude (ca. 45 % der betroffenen Gebäude) vor hohen Grundwasserständen und damit verbundenen Vernässungsproblemen geschützt werden.

 

Umsetzung des Konzeptes zur Kappung von Grundwasserspitzen

Der Erftverband wurde im April 2011 mit der Umsetzung des Konzeptes zur Kappung von Grundwasserspitzen von der Stadt Korschenbroich beauftragt. Nachdem in den Ortsteilen Herrenshoff, Raderbroich, Kleinenbroich und Pesch eine ausreichende finanzielle Beteiligung der Bürgerschaft für den Bau und den Betrieb von Grundwasserhaltungsmaßnahmen für zehn Jahre zustande gekommen war, konnte die Aufgabe zur Regelung des Grundwasserstands als Verbandsaufgabe auf den Erftverband übertragen werden.

Bei Überschreitung von festgelegten Grenz-Grundwasserständen an den Steuermessstellen werden an insgesamt sieben Brunnen Grundwasserhaltungsmaßnahmen sowie am Baggersee Myllendonk eine Absenkung des Wasserspiegels betrieben. (Lageplan)

 

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Einschaltwerte für die Förderanlagen

Das geförderte Grundwasser wird vollständig in die Vorfluter Zollhausgraben, Herzroicher Graben, Fluitbach, Pescher Graben sowie Jüchener Bach abgeleitet.

Die Maßnahmen werden ab dem 1. Dezember 2011 zunächst für zehn Jahre betrieben. Die Auswirkungen der Grundwasserkappungsmaßnahmen werden mit Hilfe eines dichten Grundwassermessnetzes und eines intensiven Monitorings überwacht. Ein jährlicher Auswertebericht dokumentiert und bewertet die Maßnahmen und die wasserwirtschaftliche Verträglichkeit.

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  • Ansprechpartner

    Bei Fragen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Grundwasserkappungsmaßnahmen in Korschenbroich können Sie sich gerne an uns wenden.

    Erftverband, Abt. Grundwasser
    Holger Diez
    Tel. (02271) 88-1296

    Stefan Simon
    Tel. (02271) 88-2125

  • Weitergehende Informationen

  • Erftverband

    Am Erftverband 6
    50126 Bergheim
    Tel: 02271/ 88-0
    Fax: 02271/ 88-1210

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